Gereifte Weine – VINTAGE COLLECTION

Durch eine Freundin aus Mähren bzw. durch Ihren Großvater wurde ich völlig empirisch an das Thema WEIN herangeführt. Die erste Erfahrung war, WEIN muss nicht anstrengend sein, sondern kann richtig Freude bringen. Dann versuchte ich Stück für Stück in die Systematik WEIN vorzudringen. Im September 1990 anlässlich einer WEIN-Messe in Wiesbaden schmuggelte mich ein befreundeter Journalist in einen Bus mit WEIN-Journalisten aus Übersee. Ich fuhr – damals im zarten Alter von 35 Jahren – einfach mit in Richtung des WEIN-Gutes Victoria Hupfeld, weil ich nichts Besseres vorhatte.

Uns wurden 20 Jahrgänge RIESLING präsentiert. Nicht nur Edelsüße und Spätlesen, darunter waren auch Kabinett oder Qualitäts-WEINE, die weit älter als 10 Jahre waren. An diesem Abend entstand mein völlig neues Verhältnis zu WEIN. Egal ob Winzer, Sommelier oder WEIN-Händler: man muss seinen Kindern und Enkeln auch ein paar Flaschen hinterlassen, die ihnen Geschichte(n) erzählen können.

Die Weingüter Wegeler haben solche WEINe. Ein paar davon wird Ihnen Herwig Hacker am 20.08.2015 in unserem WEIN-Laden präsentieren.

Reinhard Schuberth

 

all03

Unter anderem können Sie probieren:
2000 Geheimrat „J“ Riesling Spätlese trocken                                             30,00 €
1997 Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling Erstes Gewächs                     29,00 €
2007 Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett                                             16,00 €
2008 Bernkastel Doctor Riesling Erste Lage                                                39,00 €
2002 Oestricher Lenchen Riesling Spätlese                                                19,00 €
1990 Oestricher Lenchen Riesling Auslese 0,5 l                                          25,00 €

Es wird auch ein paar jüngere Weine geben:
2011 Geheimrat „J“ Riesling Spätlese trocken                                            24,00 €
2014 Rüdesheim Berg Rottland Riesling Spälese Große Lage                  19,00 €           

sowie aus aktuellem Anlaß:
2009 Geheimrat „J“ Riesling Sekt Brut                                                        25,00 €
(zum Toast beim Besuch der Queen am 24.6.)
2014 Chardonnay Réserve Thörle                                                               22,90 €
(zum Menü gereicht beim Besuch der Queen)

Wo:                                 Laden von Welt der Weine, Rykestraße 6, 10405 Berlin
Wann:                            20.08.2015, 19:30 Uhr
Anmeldung:                offfice@berliner-weinagentur.de
                                       oder telefonisch: 030 20454320

Reinhard Schuberth       &        Thu Weiser

index

Gereifte Weine Vintage Collection – Weingüter Wegeler

Unser Facebook-Seite folgen und aktuelle Infos über unsere Weinprobe erhalten. Thema: Vintage Collection am 20.08.2015.

„Tom Drieseberg von den Weingütern Wegeler ist ein „Quer-Reinschmecker“ mit Faible für’s Gereifte

Oestrich-Winkel. Tom Drieseberg lebt auf einer Scholle. Einer ziemlich großen sogar. Wenn man es in Hektar ausdrücken wollte, dann wären es etwa 45. Das Schöne an Driesebergs-Scholle: Sie löst keinen Fröstelreflex aus. Im Gegenteil: Sie wärmt das Herz des promovierten Soziologen und Betriebswirts, der auf der Scholle (s)einen Traum lebt, und sie strahlt auch auf die Menschen aus, die Drieseberg zuhören und dabei Weinkultur inmitten des Rheingau zelebrieren dürfen.

150611_Drieseberg_klein

Eingebettet in Historisches, Literarisches, Philosophisches und Menschelndes umweht die flüssigen Schätze aus dem Hause Wegeler beim gemeinsamen Verkosten und darüber Reden in Kürze ein Hauch von Magie. Körper und Charakter haben die Rieslinge sowieso, aber das Gesicht der kulturprägenden Weißweintraube, die in erstklassigen Wegeler-Rheingau-Lagen angebaut wird, malt ein Kommunikationskünstler, der sein Handwerk versteht. Denn Drieseberg hat Marketing und Vertrieb von der Pike auf gelernt und in den letzten 15 Jahren sein großes „Vino Latinum“ perfektioniert.

Winzer muss man nicht unbedingt sein, um in der Weinszene erfolgreich zu sein. Dafür ist Drieseberg wohl der lebende Beweis. Als „Quer-Reinschmecker“ ist der gebürtige Pfälzer nämlich zu den Wegeler-Weingütern gekommen, wie „die Jungfrau zum Kinde“, so drückt der 55-Jährige es jedenfalls selbst aus. Ein bisschen weltlicher ist die Geschichte am Ende aber schon, denn Driesebergs Frau Anja ist eine gebürtige Wegeler.

Als im Jahr 1997 die Sektkellerei Deinhardt, die mehreren Familienstämmen der Wegelers gehörte, an das Unternehmen Henkell verkauft werden sollte, stellte sich zwangsläufig auch die Zukunftsfrage für die Weingüter Wegeler, die im Rheingau und an der Mosel beheimatet sind. Bleiben die Weingüter in der Familie oder nicht und wenn ja, wie kann das gehen – diese Fragen wurden in der Großfamilie diskutiert.

Für Tom und Anja reichte ein Wochenende, um die Entscheidung zu treffen, die Weingüter in der vierten Generation weiterzuführen und das eigene Leben auf „links“ zu krempeln. Das war trotz kurzer Bedenkzeit keine Entscheidung aus dem Affekt, sehr wohl aber ein Schritt, der durch die klassische Sinnfrage in den Vierzigern beschleunigt wurde, wie Drieseberg zugibt.

Aus dem Business Paar wurde also ein Weinbauer Ehepaar, das in den ersten fünf Jahren nach dem Neustart wenig Wein-Romantik, dafür aber jede Menge Winzer-Realität inhalieren musste. „Das Handwerkszeug, das wir aus der Industrie mitgebracht haben, nützt uns hier gar nichts. Das haben wir sehr schnell gelernt“, erinnert sich Drieseberg. „Außerdem hatten – und haben – wir immer mehr Ideen als Mittel.“

Die Mittelknappheit ist in der Weinbranche eine große Herausforderung. Und Mutter Natur sorgt bei Kellermeister und Gutsverwalter zusätzlich für (An)Spannung. Wird es ein Jahrhundertjahrgang, ein guter, ein mittelmäßiger Jahrgang oder kann man ihn vielleicht ganz vergessen? Sind Schädlinge, die möglicherweise den Ertrag deutlich schmälern oder ganze Ernten vernichten können, in den Griff zu bekommen? Angesichts der vielen Unwägbarkeiten und der Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil des Erfolges von der Natur vorgegeben wird, braucht man gute Nerven, Langmut, eine anständige Portion Gottvertrauen und gute Ideen. Aber davon hat Drieseberg ja mehr als genug.

150611_Weine_klein

Richtig eingeschlagen hat auf jeden Fall die Vintage Collection aus dem Hause Wegeler. Bei dieser Sammlung handelt es sich um Rieslinge mit einem Reifepotenzial von mehreren Jahrzehnten. Von der ersten Idee bis zur Markteinführung „des guten alten Stoffs“ in 2014 mussten immerhin 15 Jahre vergehen. Drieseberg selbst hatte die ersten Weine in 2002, einem sehr guten Weinjahr und gleichzeitig Geburtsjahr des Juniors, weggelegt. In der Schatzkammer des Gutshauses in Oestrich-Winkel lagern aber noch etliche weitere Tröpfchen aus fast vergessenen Zeiten. Rieslinge, deren Aromen nur durch geduldige Reife entstehen konnten und die den Gourmets mit differenziertem Gaumen durchaus Freudentränen in die Augen treiben können. Die Preisspanne ist bei den Vintage-Schätzchen nicht ganz ohne – von 20 bis zu 200 Euro kann eine Flasche je nach Jahrgang und Qualitätsstufe kosten. Nostalgie im Glas hat eben ihren Preis.

Es geht aber auch günstiger und jugendlicher bei den Wegelers. Zum Sortiment gehören neben den gereiften Weinen auch Gutsweine, Ortsweine und Lagenweine, für die Preise ab 10 Euro aufgerufen werden. Der Fingerabdruck des Hauses ist aber zweifelsohne der „Geheimrat J“.  Eine trockene Riesling Spätlese jenseits von Mainstream. Ein Wein, der sich nicht an konditionierten Gaumen und Nasen der Weintrinker-Masse orientiert, sondern „den wir so machen, wie wir ihn am besten finden“, unterstreicht Drieseberg, der den Geheimrat J selbst als „ersten Erstwein“ und „Wein der leisen Töne“ bezeichnet.

Kaum ausgesprochen spannt der belesene Feingeist den Bogen zu einem schwedischen Krimi, in dem der „Geheimrat J“ vorkommt. Und wo wir schon mal bei der Literatur sind, fallen auch Namen wie Schiller, Schindler, Brentano oder von Arnim. Nicht zu vergessen: Ludwig van Beethoven, der mit dem alten Wegeler historische Gelage gefeiert haben soll. Und schon beschleicht den Weintrinker das Gefühl von Ehrfurcht.

Geschichte und Geschichten haben es Tom Drieseberg zweifelsohne angetan. Zum einen ist er selbst ein ausgezeichneter Erzähler, zum anderen hat er die Chance, die Geschichte eines etablierten Weingutes fortzuschreiben und mit seinen Ideen vielleicht auch eine historische Duftmarke auf der Rheingau-Scholle und jenseits davon zu setzen.

Info: Der Rheingau ist nicht nur eine Wein-, sondern auch eine Kulturregion, die sich hervorragend auf Schusters Rappen erkunden lässt. Entlang der Wanderwege trifft man auf Historisches, unzählige schöne Geschichten, viel Sehenswertes und natürlich auch auf eine stattliche Anzahl von Weingütern. Wer die Weingüter Wegeler besuchen möchte, sollte dies am besten nach Voranmeldung tun. Grundsätzlich kann man samstags zwischen 11 und 16 Uhr im Gutshaus in Oestrich-Winkel einkehren, Weine probieren und bei Gefallen käuflich erwerben. Unter der Woche ist das Wegeler-Team von 8 bis 18 Uhr für Weinliebhaber und solche, die es werden wollen, da. Alle Kontaktdaten und weitere Informationen gibt es auf der Website www.wegeler.com

Zu den Bildern: Weinbauer statt Businessman: Tom Drieseberg hat die Geschäftswelten gewechselt und lebt im Rheingau seinen Traum. / So sieht Vintage aus: In der Schatzkammer unter dem Gutshaus lagern kostbare Tröpfchen aus fast vergessenen Zeiten. / Die Wegeler-Rieslinge: Angebaut in erstklassigen Lagen und ausgebaut mit variantenreichen Melodien im Glas und am Gaumen.

(Text: Dorit Heydenreich / Fotos: Jörg Leister)“

 

Quelle: Fuldaer Nachrichten

Link zum Weingüter Wegeler

Noch mehr zum Lesen:
Gute alte Sachen sind „Vintage“

Unser Facebook-Seite folgen und aktuelle Infos über unsere Weinprobe erhalten. Thema: Vintage Collection am 20.08.2015.

 

Edler Tropfen, einer Königin würdig

„QUEEN-BESUCH Chardonnay aus dem Saulheimer Weingut Thörle beim Staatsbankett in Berlin gereicht

img_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MTk4OTUxNTdfNTQ3MTJfTS5qcGcuMjY0OTA5MjcuanBn_L2ZtLzgxOS90aHVtYm5haWxzL0NPTl81MTk4OTUxNTdfNTQ3MTJfTS5qcGcuMjY0OTA5MjkuanBn

SAULHEIM – Der Besuch von Queen Elizabeth II. schlägt Wellen bis nach Rheinhessen. Denn beim Staatsbankett zu Ehren des königlichen Gastes wurde auch ein rheinhessischer Wein gereicht. Das Saulheimer Weingut Thörle, langjähriger Lieferant des Bundespräsidialamtes, stellte den einzigen Weißwein des Abends.

Dass ihr Wein ausgewählt wurde, war auch für die Brüder Johannes (32) und Christoph (31) Thörle eine kleine Überraschung. Sie hätten es zwar geahnt, aber sicher hätten sie erst nach dem Bankett sein können, sagt Johannes Thörle gestern, denn wie das Menü wurde auch die Weinkarte geheim gehalten. „Wenn die Queen zum fünften Mal in Deutschland ist und dann trinkt sie Thörle-Wein, ist das eine ganz große Ehre für uns“, freut er sich.

Der Wein, der den königlichen Gaumen erfreute, war der Chardonnay Réserve aus dem Jahr 2014. Schon der Name verrät es: Eine Reserve, der lange aufgehobene Vorrat, das sprichwörtliche Ass im Ärmel. So verhält es sich mit dem Chardonnay. Der Weißwein lagert sieben Monate in speziellen Holzfässern. Das gebe ihm mehr Fülle und Cremigkeit, sagt Christoph Thörle. Bereits seit März sei der Chardonnay 2013 ausverkauft, der neue Jahrgang werde erst ab September verkauft. Allerdings sei die Hälfte schon reserviert. „Chardonnays aus alten Rebanlagen sind in Deutschland Raritäten“, meint Johannes Thörle. Denn erst seit den 90er Jahren werde Chardonnay in Deutschland angebaut. Ihr Wein stamme aus der Lage „Saulheimer Hölle“, die Reben dort sind 21 Jahre alt. Gepflanzt wurden sie vom Vater der Brüder. Sie übernahmen 2006 das Weingut von den Eltern. Heute bewirtschaften sie 19 Hektar Rebfläche.

Trotzdem bleibt es ein Familienbetrieb: Sie hätten nur drei feste Angestellte, ansonsten helfe die Familie mit, gibt Christoph Thörle an. Auf die Qualität werde streng geachtet: Handlese und eine späte Ernte gehören dazu. Auch wenn so die Erträge gering bleiben, das Endprodukt scheint zu überzeugen. Laut Christoph Thörle liefere das Weingut in zwölf verschiedene Länder. Kunden seien dort die gehobene Gastronomie, Hotels sowie Restaurants. „Dass unser Wein beim Staatsbankett gereicht wird, ist natürlich eine tolle Sache. Aber wir arbeiten auch seit zehn Jahren akribisch darauf hin“, betont Johannes Thörle.“

Foto: photoagenten/Axel Schmitz
Johannes (li.) und Christoph Thörle mit dem Réserve Chardonnay, der beim Staatsbankett für Queen Elizabeth in Schloss Bellevue in Berlin getrunken wurde.

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de

Link zum Weingut Thörle

Noch mehr zum Lesen:
Spätburgunder und Chardonnay für Königin Elizabeth II
Das Menu
Besuch der Queen in Deutschland